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Hitze im Auto – eine unterschätzte Gefahr für Hunde und andere Haustiere

June 19, 2026

Die warmen Monate laden zu Ausflügen und Reisen mit unseren vierbeinigen Begleitern ein. Vielen Tierhalterinnen und Tierhaltern ist jedoch nicht bewusst, wie schnell ein Auto für Tiere zur lebensbedrohlichen Falle werden kann. Dabei besteht die Gefahr nicht nur in einem geparkten Fahrzeug, sondern auch während der Fahrt, insbesondere wenn die Sonne über längere Zeit auf den Kofferraum oder bestimmte Fahrzeugbereiche scheint.

Steht ein Auto in der Sonne, erwärmt sich der Innenraum innerhalb kürzester Zeit auf gefährliche Temperaturen. Bereits bei moderaten Außentemperaturen können im Fahrzeuginneren innerhalb weniger Minuten Werte erreicht werden, die für Hunde, Katzen und andere Haustiere lebensgefährlich sind. Ein leicht geöffnetes Fenster oder ein Parkplatz im vermeintlichen Schatten bieten dabei keinen ausreichenden Schutz. Da Tiere ihre Körpertemperatur nur eingeschränkt regulieren können, steigt das Risiko eines Hitzschlags rapide an. Hunde können beispielsweise nicht wie Menschen über die Haut schwitzen, sondern geben überschüssige Wärme hauptsächlich durch Hecheln ab. Bei großer Hitze reicht dieser Mechanismus jedoch oft nicht aus.

Besonders tückisch ist, dass auch während der Fahrt gefährliche Temperaturen entstehen können. Viele Hunde reisen im Kofferraum eines Kombis oder SUVs. Scheint die Sonne über längere Zeit auf die Heckscheibe oder den Kofferraumbereich, kann sich dort die Temperatur deutlich stärker erhöhen als auf den vorderen Sitzplätzen. Selbst wenn die Klimaanlage im Fahrzeug läuft, erreicht die gekühlte Luft nicht immer alle Bereiche gleichmäßig. Vor allem in Transportboxen oder schlecht belüfteten Kofferräumen kann sich Wärme stauen. Das Tier ist dann einer dauerhaften Hitzebelastung ausgesetzt, die oft unbemerkt bleibt.

Anzeichen einer Überhitzung

Tierhalter sollten die Warnsignale einer Überhitzung kennen, um frühzeitig reagieren zu können. Zu den ersten Anzeichen gehören starkes und anhaltendes Hecheln, vermehrter Speichelfluss, Unruhe, Nervosität sowie eine erhöhte Herz- und Atemfrequenz. Die Schleimhäute können dunkelrot erscheinen, und das Tier wirkt zunehmend erschöpft.

Mit fortschreitender Überhitzung können Schwäche, Taumeln, Orientierungslosigkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Manche Tiere legen sich plötzlich hin und reagieren nur noch eingeschränkt auf ihre Umgebung. In schweren Fällen kommt es zu Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen. Ein Hitzschlag ist ein akuter Notfall und kann innerhalb kurzer Zeit zu schweren Organschäden oder sogar zum Tod führen.

Zeigt Ihr Tier Anzeichen einer Überhitzung, bringen Sie es umgehend an einen schattigen oder klimatisierten Ort, bieten Sie frisches Wasser an und beginnen Sie vorsichtig mit der Kühlung, beispielsweise durch feuchte Tücher oder lauwarmes Wasser. Vermeiden Sie eiskaltes Wasser, da dies den Kreislauf zusätzlich belasten kann. Anschließend sollte das Tier schnellstmöglich tierärztlich untersucht werden.

Um Hitzeschäden zu vermeiden, sollten Tiere niemals unbeaufsichtigt im geparkten Auto zurückgelassen werden – auch nicht für wenige Minuten. Fahrten sollten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Während längerer Reisen ist auf eine funktionierende Klimaanlage zu achten. Hunde im Kofferraum sollten ausreichend Platz, eine gute Luftzirkulation und Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung haben. Sonnenschutzfolien, spezielle Sonnenblenden oder reflektierende Abdeckungen können helfen, die Aufheizung des Fahrzeugs zu reduzieren. Regelmäßige Pausen ermöglichen es dem Tier, frisches Wasser aufzunehmen und sich abzukühlen.

Besondere Vorsicht ist bei älteren Tieren, Welpen, kurzschnäuzigen Hunderassen sowie Tieren mit Herz- oder Atemwegserkrankungen geboten. Sie reagieren deutlich empfindlicher auf hohe Temperaturen und können bereits bei geringerer Hitze gesundheitliche Probleme entwickeln.

Wer mit seinem Tier unterwegs ist, sollte die Temperatur im Fahrzeug stets im Blick behalten und mögliche Risiken frühzeitig erkennen. Mit einer guten Planung und geeigneten Vorsichtsmaßnahmen lassen sich die meisten hitzebedingten Notfälle vermeiden. So können Mensch und Tier die warme Jahreszeit sicher und entspannt genießen.