Grannen bei Haustieren – eine oft unterschätzte Gefahr
Allgemein
June 17, 2026
Grannen sind die borstenartigen Samenstände verschiedener Gräser, die vor allem in den Sommermonaten von etwa Mai bis September vorkommen. Durch ihre pfeilförmige Struktur können sie sich leicht im Fell von Hunden und Katzen festsetzen und anschließend immer tiefer in die Haut oder Körperöffnungen eindringen. Besonders gefährdet sind Tiere, die sich häufig auf Wiesen, Feldern oder in hohem Gras aufhalten.
Die größte Gefahr von Grannen besteht darin, dass sie sich aufgrund ihrer Widerhaken nur in eine Richtung bewegen und nicht von selbst wieder herausgelangen. Sie können in die Haut, die Pfotenzwischenräume, die Ohren, die Nase, die Augen oder sogar in tiefere Gewebeschichten wandern. Dort verursachen sie schmerzhafte Entzündungen, Abszesse und in einigen Fällen schwerwiegende Folgeschäden.
Die Symptome hängen davon ab, an welcher Stelle sich die Granne befindet. Dringt sie in die Pfote ein, zeigen betroffene Tiere häufig Lahmheit, lecken intensiv an der Pfote oder reagieren empfindlich auf Berührungen. Befindet sich die Granne im Ohr, fallen oft plötzliches Kopfschütteln, Kratzen am Ohr oder eine schiefe Kopfhaltung auf. Gelangt sie in die Nase, kommt es häufig zu heftigem Niesen, Nasenausfluss oder sogar Nasenbluten. Grannen im Auge können Rötungen, Tränenfluss, Schwellungen und Schmerzen verursachen. Da die Beschwerden meist plötzlich auftreten, sollten sie ernst genommen und zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.
Wird eine Granne vermutet, ist eine schnelle Untersuchung wichtig. Je früher die Fremdkörper entfernt werden, desto geringer ist das Risiko für Entzündungen und Komplikationen. In der Tierarztpraxis erfolgt zunächst eine gründliche Untersuchung der betroffenen Körperregion. Je nach Lage der Granne kommen spezielle Instrumente wie Ohr- oder Nasenspiegel zum Einsatz. Manche Grannen lassen sich direkt entfernen, während für tiefer sitzende Fremdkörper eine Sedation oder kurze Narkose notwendig sein kann. Anschließend wird das betroffene Gewebe kontrolliert und gegebenenfalls behandelt, um Entzündungen vorzubeugen oder bestehende Infektionen zu therapieren.
Tierhalter können das Risiko deutlich reduzieren, indem sie ihre Tiere nach Spaziergängen oder Freigängen regelmäßig kontrollieren. Besonderes Augenmerk sollte auf Pfoten, Ohren, Augen und das Fell gelegt werden. Bei langhaarigen Tieren kann ein regelmäßiger Rückschnitt des Fells im Bereich der Pfoten hilfreich sein. Hohe, trockene Grasflächen sollten während der Grannensaison möglichst gemieden werden.
Treten nach einem Spaziergang plötzlich Symptome wie starkes Niesen, Kopfschütteln, Lahmheit, vermehrtes Lecken an einer Pfote oder Augenreizungen auf, sollte das Tier zeitnah in einer Tierarztpraxis vorgestellt werden. Eine frühzeitige Diagnose und Entfernung der Granne kann Schmerzen vermeiden und schwerwiegende Folgeerkrankungen verhindern.
